Die Winterkontrolle

Die Winterkontrolle

Das Problem

Die möglicherweise tiefen Temperaturen verlangen den Bienen im Winter einiges ab, da die Königin gewärmt werden muss. Ohne die aufwändige Wärmeerzeugung überlebt die empfindliche Königin nicht und das Volk verendet. Die Winterkontrolle ist also durchaus heikel. Im Frühjahr ist das kein Problem, solange die Drohnensaison schon begonnen hat. Denn wenn das Volk “Weisellos” ist, werden die Arbeiterinnen automatisch eine normale Brutzelle zu einer Weiselzelle umbauen und eine neue Königin nachziehen. Diese muss aber auch durch Drohnen, die männlichen Bienen, begattet werden. Dies ist ab ungefähr April möglich. Dazu schreibe ich aber in einem späteren Artikel ausführlicher.

Wenn du die Beute zu oft öffnest störst du das Volk, die Wintertraube wird aufgelöst (Informationen zur Wintertraube findest du in diesem Artikel). Ziehst du Waben zur kontrolle, kann die Königin schnell auskühlen. Wenn du also deine Bienen einer Winterkontrolle unterziehen willst, solltest du das am besten “von Außen”, also mit geschlossener Beute tun. 

Da die Arbeiten am Volk auch eher überschaubar sind, geht das auch ganz einfach mit ein paar Hilfsmitteln und einer Portion Erfahrung.

Kontrollen von Außen

Wenn ich eine Winterkontrolle mache, beschränke ich mich auf ein Minimum, denn besonders viel kann man dem Volk nicht helfen, wenn was schief läuft. Zunächst kontrolliere ich den Zustand der Beute: 

-> gab es ungebetenen Besuch von Tieren? 

-> Ist die Beute noch richtig geschlossen?

-> Ist das Flugloch noch verschlossen?

Durch Tiere auf Nahrungssuche kann es vorkommen, das die Beute geöffnet wird. Der Dachs z.B. versucht, an die Waben zu kommen oder der Specht hämmert ein Loch in die Wand um die Maden zu fressen. Mäuse haben es im Winter ebenfalls schwer und freuen sich über ein warmes Schlafplätzchen, wenn das Flugloch nicht verjüngt ist. 

Kontrollen von innen

Wenn ich wissen will, ob das Volk noch brütet kontrolliere ich die Windel bzw. den Milbenschieber, den ich zu beginn der frostigen Saison einlege. Hierdurch wird die Luftzirkulation in der Beute etwas gemildert, was den Bienen im Winter das heizen erleichtert.

Befindet sich noch Brut im Volk, fällt das Deckelwachs hinab auf die Windel, denn die schlüpfenden Bienen brechen die Wabendeckel auf. Dies mache ich aber erst, nach den 3 frostigen Nächten, denn der Brutstatus ist vor allem für die Oxalsäurebehandlung wichtig. Eine Kontrolle auf Weiselrichtigkeit ist, wie oben beschrieben, relativ Sinnlos, da die Hilfsmöglichkeiten sehr begrenzt sind.

Wobei du allerdings gut eingreifen können solltest, ist ein Futterabriss. Dies geschieht, wenn entweder zuwenig oder falsch eingefüttert wurde und die Bienen einen Hungertod sterben. Um hier gegen zu steuern, musst du das Gewicht kontrollieren, indem du die Futterzarge anhebst oder abwiegst.

Zum Abwiegen benutze ich übrigens diese Kofferwaage.

Vom Wiegeergebnis ziehe ich dann das Gewicht von Zarge, Waben, Wachs und Bienen ab, was ich vorher ermittelt habe.

Solltest du feststellen, das es mit dem Futter eng wird, kannst du über verschiedene Methoden zufüttern, mehr dazu aber in einem anderen Artikel.

Wie du siehst, sollten sich die Arbeiten auf wenige Handgriffe von außen beschränken, denn innen regeln die Bienen alles selbst und du kannst mehr zerstören als dir lieb ist.

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